Physiotherapie mit dem Pferd (Bobath und Hippo Therapie)


Zielgruppe

Kinder, Jugendliche und Erwachsene ab dem Alter von 6 Monaten mit Bewegungsstörungen.

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Dies können unter anderem sein:

  • Cerebralparesen (Hemi-, Di-, Tetraparese)
  • Muskelerkrankungen
  • Syndromerkrankungen (z.B. Trisomie 21)
  • Spina Bifida
  • Multiple Sklerose
  • Asymmetrien (Skoliosen, Kiss-Syndrom, Muskulärer Schiefhals)
  • Morbus Scheuermann, Morbus Bechterew

Generell sollte vor Beginn der Therapie der behandelnde Arzt einbezogen werden.

Kontraindikationen

  • Allergie auf Pferdehaare
  • Schäden am Skelettsystem die eine Therapie unmöglich machen (z.B. Hüfte oder Wirbelsäule)
  • Unbeherrschbare Angst/Panik vor Pferden
  • Starkes Übergewicht
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Wirkungsweise

Neben den an anderer Stelle beschriebenen allgemeinen Vorteilen von Tieren und Pferden in der Therapie, wird in der Hippotherapie sowie in der Bobath-Behandlung im Speziellen auf den rhythmisch tonischen Dialog des Schrittrhythmus des Pferdes zurückgegriffen.

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Ausgenutzt wird der gleichmäßige Schrittrhythmus des Pferdes, durch welchen rhythmische 3-dimensionale Impulse (ähnlich dem Gangmuster des Menschen) auf den Patienten übertragen werden. Hierdurch und durch die verstärkenden Impulse, die der Therapeut setzt, wird im Rumpf eine Tonuserhöhung erreicht. Das hat eine Stabilisierung des Rumpfes und eine deutliche Verbesserung der Kopfkontrolle zur Folge.
Diese Aufrichtung der gesamten Wirbelsäule wiederum sorgt für das "Freiwerden" der Schultergelenke, um diese feinmotorisch oder im Stütz gezielter nutzen zu können. Der Tonus der oberen Extremität kann besser geregelt werden. Das bedeutet für Cerebrale Bewegungsstörungen, dass Spastiken (erhöhter Tonus) gemindert werden und bei Erkrankungen, die mit einem Hypotonus (Muskelerkrankungen, die meisten Syndromerkrankungen) einhergehen eine wesentlich verbesserte Koordination der oberen Extremität erreicht wird.

Unter zusätzlichem Einfluss der übertragenen Körperwärme des Pferdes wird der Tonus der unteren Extremitäten gesenkt (je nach Krankheitsbild) und ein größeres Bewegungsausmaß vor allem in den Hüftgelenken erreicht.

Durch die Ähnlichkeit mit dem menschlichen Gangmuster und Schrittrhythmus fördert die Behandlung im Reitsitz auf dem Pferd die Entwicklung hin zum freien Laufen, sowie dessen Qualität im Sinne von gelenkschonenden Bewegungen.

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Setting

Auf dem „LernOrt Birkenhof“ werden die Bobaththerapie auf dem Pferd und die Hippotherapie als Einzeltherapie angeboten. Je nach den motorischen Möglichkeiten der Klienten, sitzt der Therapeut mit auf dem Pferd oder läuft nebenher. Bei beiden Varianten ist der Therapeut dicht am Klienten und unterstützt ihn entsprechend des Schrittrhythmus mit Impulsen.

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Nach Kontaktaufnahme und Erstgespräch wird ein funktioneller Befund erstellt. Danach richtet sich die Therapieplanung. In der Zielsetzung werden natürlich die Bedürfnisse und Wünsche der Klienten bzw. deren Eltern berücksichtigt.

Im Laufe der Therapie wird die Planung der jeweiligen Tagesverfassung und den erreichten Erfolgen angepasst.

Je nach Möglichkeiten des Pferdes und Klienten, erfolgt die Therapie auf dem blanken Pferderücken, mit einem schmalen Polster, einem Reitpad oder einem Therapiegurt.

Generell gilt: Klient, Pferd und Therapeut müssen sich wohl fühlen!


Ausgangsstellungen

In der Hippotherapie wird hauptsächlich im Reitsitz mit den Klienten gearbeitet.

Liegt der Schwerpunkt der Behandlung eher in der Bobaththerapie, kann in unterschiedlichen Ausgangsstellungen gearbeitet werden. Dies jeweils mit mitreitendem oder nebenhergehendem Therapeuten:

  • Bauchlage quer oder längs des Pferderückens (bei Säuglingen quer über den Therapeutenbeinen)
  • Rückenlage längs des Pferderückens
  • Seitsitz
  • Reitsitz
  • Reitsitz mit Stütz nach vorne
  • 4-Füßlerstand, aufgebrochener 4-Füßlerstand
  • Froschstand
  • Kniestand, Einbeinkniestand
  • Bärenstand
  • Stand

Die jeweilige Ausgangsstellung wird zielorientiert gewählt. Beispielsweise kann in Bauchlage quer über dem Pferderücken oder im Seitsitz sehr gut Einfluss auf Asymmetrien genommen werden. Diese Stellungen können auch bevorzugt werden, wenn die Hüftbeweglichkeit der Klienten für den Reitsitz nicht ausreichend ist.

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